Da mein Lebensziel seit ich ein kleines Mädchen bin, ist, eine Fee zu werden, erfülle ich ihr diesen Wunsch - Sternenstaub - schon bin ich zur Fee geworden - zur Kräuterfee ;)
Der Frühling ist meine Lieblingsjahreszeit. Ich mag den Winter, der alles weiß bedeckt und damit Unschuld und Reinheit auf unsere Welt zaubert. Ich mag den Sommer, der die Leichtigkeit und Geselligkeit fördert, ich mag den Herbst mit dem Einmummeln und sich in sich zurückzuziehen. Aber der Frühling, diese Wiedergeburt, dieser Neuanfang, diese Kraft der Natur, der wir Menschen uns nicht entziehen können, ist für mich das größte Wunder unserer Jahreszeiten.
Jedes Jahr wieder strecken mutige Schneerosen als Erste ihre großen weißen Blüten heraus. Sie erfreuen unsere Herzen und versprechen, der Frühling wird kommen. Auch wenn noch Schneestürme über sie hinwegfegen, zeigen sie die Richtung an. Aber sie geben uns noch keine Energie, sie sind nur die Boten, dass es bald so weit sein wird.
Heuer kamen die Schneerosen, diese Boten, sehr früh, da der Winter bei uns nicht sehr schneereich und verhältnismäßig warm war. Ich freute mich, da die Zeiten momentan von uns viel fordern ohne uns viel zu geben. Ich war froh, bald würde ich endlich wieder aufgeladen werden von der Kraft der Natur. Aber es scheint, die Schneerosen haben sich heuer nicht gut abgesprochen mit den restlichen Frühlingskräutern. Denn die anderen ließen furchtbar lange auf sich warten. So oft sagte meine Tochter schon: Mama, suchen wir den Frühling im Garten. Wir suchten und suchten, doch fanden wir nur den Winter. Bei uns im Ennstal beginnt erst jetzt der Frühling. Einen Monat nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn. Aber nun ist er da und nun beginnt die Verführung der Natur, der ich gerne mit Liebe erliege.
Das Himmelschlüsserl ist eine der ersten Frühlingsblumen. Es steht unter Naturschutz, deshalb bitte nicht pflücken, obwohl seine schleimlösende Wirkung gut für die Bronchien bei einem tiefsitzendem Husten wäre. Doch bräuchte man dafür eine zu große Menge dieser Blüten, die doch so wichtig für die ersten Insekten des Frühlings als Nahrung sind. Doch mich, heute als Kräuterfee, interessieren natürlich die Wirkungen auf die Seele, die Wirkungen, die wir nicht mit unseren Augen sehen könne, die wir nicht an unserem Körper spüren können, sondern die wir nur in unserer feinstofflichen Welt mit unserer Seele wahrnehmen können. Und in dieser Welt kommt dem Himmelschlüsserl eine besondere Bedeutung zu: Eine Handvoll Blüten öffnet unser Herz - für die Liebe, für die feinstoffliche Wirkung anderer Heilkräuter und für die Energie des Kosmos. (Diese Handvoll Blüten kann man sich mit Demut geerntet von den Blumen pflücken, aber bitte immer an jedem Platz ein bisschen etwas für die Insekten übrig lassen.)
Das Lungenkraut hat mir heute auch schon den Gaumen mit seiner Süße erfreut. Seine blauen und rosaroten Blüten gaben ihm auch im Volksmund den Namen Hänsel und Gretel. Auch dieses Kraut (Blüten und Kraut) haben eine hervorragende Wirkung auf die Atemwege. Man kann es auch rauchen und dieser Rauch ist laut Volksmedizin gesund für die Lunge. Mit seinen noch weiß gepunkteten Blättern steht das Lungenkraut feinstofflich für den Lauf des Lebens mit seinen vielen Veränderungen, die wir durchmachen. Es steht für unsere verschiedenen Lebensphasen und will uns die Freude und den langen Atem zum Durchhalten geben. Aber nicht nur zum Durchhalten, denn betrachtet man dieses Pflänzchen hat es eine Verspieltheit und Schönheit, die wir in jeder unserer Lebensphasen auf dieser Welt leben können.
Als Drittes will ich noch über das Veilchen schreiben - eines meiner Lieblingsfrühlingsblümchen. Seine lila Blüten verstecken sich im Gras an wärmeren Plätzchen, die von der Sonne beschienen werden. Es liebt die Frühlingssonne und wandelt die goldenen Sonnenstrahlen in seinen lieblichen Veilchenduft um. Die Blüte ist so zart aber unglaublich ausdauernd und energetisch aufgeladen. Bei den Veilchen reicht es schon, wenn man sich neben sie setzt und ihren Duft einatmet, um sich mit ihrer Energie zu verbinden. Die Veilchen lehren uns Bescheidenheit und Leichtigkeit im Annehmen der Situationen wie sie sind. Sie haben einen freundlichen Geist, der sie umgibt, einen ausgleichenden, einen wohltuenden. Also wenn alles über mich einzustürzen droht, hilft es mir im Frühling neben den Veilchen zu sitzen und sie auf mich wirken zu lassen. Und sie helfen mir immer gerne, dafür begegne ich ihnen mit Dankbarkeit.
Alle Kräuter, alle Pflanzen, alle Bäume kommunizieren mit uns. Manchmal werden sie, denke ich momentan schon stumm, da sie so heftig ignoriert werden von uns Menschen und wir nahezu schon undurchdringliche Mauern der materiellen Welt um uns aufgebaut haben. Doch wenn wir uns öffnen für sie, wenn wir sie wahrnehmen, nicht nur mit unseren Augen und Händen, sondern mit unserem Herzen, dann dürfen wir mit ihnen in einen Austausch kommen, dann schenken sie uns so viel. Versuche es, deine Seele wird es dir danken.
Rezept Veilchensirup Frische Blüten in einen Behälter geben, mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, nach einem Tag abseihen und nochmals mit frischen Blüten aufkochen. Wieder einen Tag ziehen lassen, abseihen und Honig zugeben. Bei Husten täglich 4 Esslöffel einnehmen.
Gastbeitrag meiner lieben, hoch geschätzen Freundin, volksheilkundlichen Kräuterexpertin, Absolventin der Studien für Germanistik und Landschaftsplanung Julia Pichler.