Die Jungbrunnen-Formel

Basische Nahrungsmittel + Ruhephasen + richtige Atmung + ausreichend Wasser + starkes Agni = Vitalität

Jedes Jahr, zur selben Zeit des Jahres, werde ich von meinem Körper ausgeknockt. Bis Silvester, solange das Weihnachtsgeschäft im Betrieb auf Hochtouren läuft, (zumindest in der Zeit vor Corona) funktioniere ich wie ein hochgetakteter Vierzylindermotor eines Ford Mustang. Sobald mein erster Urlaubstag beginnt, liege ich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bett, nach Wick VapoRub duftend, zwischen dutzenden Taschentüchern. Ausgeknockt von meinem eigenen Körper, damit er endlich die Ruhe bekommt, die er benötigt, um die entstandenen Schäden der letzten Monate zu reparieren. Da ich nicht selten Yoga mache, ab und an meditiere und mich die meiste Zeit auch gesund ernähre, stellt sich mir nun die Frage zur Ursache dieser Schäden.

  • Übersäuerung: Die pH-Wertskala reicht von 0-14. Wenn eine Substanz den pH-Wert von 7 aufweist, ist sie chemisch neutral (österreichisches Leitungswasser). Alles über 7 ist basisch, alles darunter sauer. In jedem Gewebe unseres Körpers herrscht nun ein spezifischer pH-Wert, der das Funktionieren gewährleistet. Die größte Herausforderung für unseren Körper ist es, den basischen pH-Wert im Blut aufrecht zu erhalten. Da das Konsumieren von raffiniertem Zucker, tierischen Produkten, Weißmehl, Alkohol, Zigaretten und Kaffee unser Blut sauer macht und ich nicht wenig davon konsumiere (Zucker), lagert mein Körper überschüssige Säuren in meinem Gewebe ab.

  • Stress: Körperlicher wie auch seelischer Stress führen ebenso zu Übersäuerung. Es gibt durchaus Menschen, die sich pflanzlich ernähren und dennoch übersäuert sind.

  • Falsche Atmung: mit rund 20.000 Atemzügen pro Tag sorgt die Lunge dafür, dass unser Organismus mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt wird. Wir atmen seit unserer Geburt intuitiv. Jedoch will atmen richtig gemacht werden, um sich auch erholsam auf unseren Körper auswirken zu können. Bauchatmung statt Flachatmung. Nase statt Mund. Ich persönlich habe mir atmen komplett falsch antrainiert, da ich als Kind oft an Heuschnupfen litt. Seither atme ich hauptsächlich flach durch den Mund. Seit ich morgens vor dem Aufstehen und Abends vor dem Einschlafen bewusst tief durch die Nase atme, fühle ich mich viel erholter und vitaler. (übrigens für mich auch das effektivste Mittel gegen emotionalen Stress)

  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme: damit die Niere richtig arbeiten kann, benötigt diese ausreichend warmes Leitungswasser. Ausreichend sind 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. In meinem Fall mit 55 kg müsste ich täglich mindestens 2,2 Liter Leitungswasser zu mir nehmen.

    Durch seine Eigenschaft, seine Molekülverbindungen ständig zu öffnen und zu schließen, kann Wasser Stoffe, die nicht mehr benötigt werden, an sich binden und hinausbefördern. (Achtung: wenn bereits Tee oder Zucker an das Wasser gebunden ist, bleibt diese Wirkung leider aus).

    In den jahrtausenden alten ayurvedischen Schriften wird darauf hingewiesen, dass zehn Minuten abgekochtes Wasser, die beste entgiftende Wirkung für unseren Körper darstellt. Generell ist warmes, körpertemperiertes Wasser besser als kaltes Wasser, da der Körper sonst wieder viel Energie dafür aufwenden muss, das Wasser zu wärmen. Abgekochtes Wasser kurbelt außerdem den Stoffwechsel an und entgiftet, indem es Schlacken aus dem Körper befördert. (Achtung auch bei Kohlensäure = eine Säure)

  • Falsche Pflegeprodukte: die meisten in der Drogerie erhältlichen Duschgels und Body Lotions haben einen sauren pH-Wert. Das hindert unser flächenmäßig größtes Entgiftungsorgan - die Haut - daran, zu entgiften. Seit geraumer Zeit verwende ich natürliche Seifen statt Duschgels, Kokosöl oder selbstgemachte Lotions aus Sheabutter, Kakaobutter und Mandelöl statt herkömmlicher Body Lotions und aluminiumfreie Deodorants. Meine Geheimwaffe sind basische Badesalze z.B.: von der Marke Jentschura

  • schwaches Verdauungsfeuer (Agni): ständige Nahrungsaufnahme (dazu zählt auch snacken), falsche Nahrungsmittelkombinationen (Milch + tierisches Eiweiß oder Milch + saure Früchte), Stress, Flüssigkeitsmangel, keine konstitutionsbezogene Ernährung (Rohkost statt Gedünstetem für Vata-Typen) schwächen unser Verdauungsfeuer und damit unseren Darm. Durch den dadurch entstandenen, unverdauten Nahrungsmittelbrei entstehen Schlacken/Giftstoffe (AMA).

Wenn uns alltägliche Dinge, die wir von Kindesbeinen an automatisiert haben, in die Knie zwingen, können wir im Umkehrschluss auch an Energie und Vitalität gewinnen, wenn wir diese Dinge umstellen. Die gute Nachricht ist: es kostet fast nichts und bedeutet lediglich an ein paar Schrauben zu drehen. Feintuning. Wie beim Service des Vierzylindermotors.

Nina Wiedermann